c_600_300_16777215_00_images_beitragsbilder_600x300_IMG_1804_-_2.JPG

Ein Kooperationsprojekt von der Grundschule „Am Pfälzer Weg" und der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Petri.

Eine Kurzdarstellung des Projekts.

Ziele

Grundschule und Elternhaus sind Partner in der Erziehung. Wenn sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen, gelingt die gemeinsame Aufgabe besonders gut. Mit dem KESch-Projekt, das seit dem Schuljahr 2006 / 2007 an unserer Schule durchgeführt wird, haben wir eine Möglichkeit gefunden, an unserem Standort Eltern und Pädagogen regelmäßig zusammenzuführen und in einen für beide Seiten bereichernden Dialog einzutreten. Da das Projekt personelle und finanzielle Ressourcen benötigt, können leider nur jeweils 2 Lerngruppen unserer Schule gleichzeitig daran teilnehmen. Im Schuljahr 2015/2016 sind dies die Ponys und die Jadegruppe.

Es geht bei den Treffen nicht darum, dass die Schule ihre Erziehungsvorstellungen vermittelt und Anforderungen an die Eltern stellt. Die teilnehmenden Eltern werden vielmehr als Experten ihres Erziehungsalltages gesehen. Sie haben bei den Treffen Gelegenheit, sich über Erziehungsfragen auszutauschen, Erfahrungen zu sammeln und ggf. auch Anregungen und Informationen von eingeladenen Fachleuten zu erhalten.

Das Motto des KESCH- Projektes lautet: Wir (Eltern und Schule) unterstützen unsere Kinder gemeinsam beim Lernen. Wir haben uns darüber verständigt, dass eine Unterstützung dann besonders gut gelingt, wenn das Elternhaus und die Schule gemeinsam handeln.

Themenbereiche können dabei sein:

  • Wie lernen unsere Kinder? Wie können wir sie dabei unterstützen?
  • Wir unterstützen die Kinder, indem wir ihre Gesundheit fördern.
  • Wir unterstützen die Kinder, indem wir mit ihnen spielen.
  • Wir unterstützen die Kinder, indem wir Fernsehverhalten, Grenzen u. a. gemeinsam absprechen.

Organisation

Zu den etwa 8 KESch-Nachmittagen im Verlauf eines Schuljahres werden immer die Eltern einer Lerngruppe gemeinsam mit ihren Kindern und den Geschwistern eingeladen. Der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin und ein Sozialpädagoge / eine Sozialpädagogin oder die Schulsozialarbeiterin bereiten den Nachmittag gemeinsam vor und leiten das Treffen an. Nach einem gemeinsamen Auftakt in der großen Gruppe trennen sich Eltern und Kinder. Während die Kinder von zwei Erzieherinnen betreut werden (teilweise auch zum Thema des Nachmittages etwas erarbeiten), arbeiten die Eltern an dem jeweils verabredeten Thema. Anschließend finden sich alle zum gemütlichen Essen und Trinken wieder zusammen und stellen sich die Ergebnisse der Gruppenphase in geeigneter Form vor. Den Abschluss bildet immer der Punkt "Starke Kinder", bei dem die Kinder der Lerngruppe etwas vortragen oder präsentieren.
Beim ersten Treffen steht das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Dabei werden Ideen für gemeinsam interessierende Themen und auch für gemeinsame Unternehmungen gesammelt und anschließend durch ein Elternvotum und ein Kindervotum gewichtet.

Beispiele aus der Kennenlernphase

- Die Familien markieren auf einer Karte das Land, aus dem sie kommen. Sie erzählen von ihrem Land.
- Es werden Familienplakate entworfen. Die Familien erzählen, was ihnen wichtig ist, was sie gerne tun, welche Rituale sie haben, welche Feste sie feiern usw.
- Die Eltern berichten über die Spiele, die sie früher selbst gespielt haben, über Spiele, die sie mit ihren Kindern machen.

Beispiele aus der Themenphase

  • Gesundheit und Ernährung, Bewegung und Sport
  • Erziehungsverhalten: Was ist in den Familien unterschiedlich, welche Regeln gelten in der Schule, welche zu Hause usw. ?
  • Was ist für die Entwicklung der Kinder gut?
  • Grenzen und Konsequenzen
  • Wie gehen wir miteinander um?
  • Streiten - was kann ich tun, wenn es Konflikte gibt?
  • Fernsehen und Computerspiele: Welche Alternativen gibt es? Wie kann ich das kontrollieren?
  • Spielangebote - warum sollen Kinder spielen?
  • Kinder schützen

Beispiele für Unternehmungen

  • gemeinsamer Theaterbesuch
  • Ausflüge: in den Zoo, Fahrt mit der Eisenbahn, ein Museum besuchen, Besuch der Musikwerkstatt
  • Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen, einen Park besuchen, ein Picknick machen
  • gemeinsam basteln
  • ein Fest feiern

Ziel ist bei den Unternehmungen auch, den Eltern gut erreichbare und kostengünstige Angebote für Familien im Wohnumfeld oder in der Stadt zu zeigen und Gemeinschaftserlebnisse herzustellen.

Ressourcen

Das KESch-Projekt ist nicht kostenneutral durchzuführen. Es erfordert personelle und finanzielle Ressourcen, ohne die es nicht geht. Die beteiligten Lehrkräfte erhalten von der Schule eine Entlastungsstunde, die aus dem Förderstundenetat genommen wird. Der freie Träger (St. Petri) steuert im Rahmen der Kooperation mit der Schule die Stunden für die sozialpädagogischen Fachkräfte bei. Bezahlt werden müssen Honorarmittel für die Kinderbetreuung und Sachmittel für die Ausgestaltung der Nachmittage (Bastelmaterial, Getränke, Kekse usw.). Dazu kommen Mittel für Ausflüge. Die Ausgaben für einen Jahresdurchlauf betragen etwa 700 € pro Klasse. Die Schule hat bisher versucht, diese Mittel über Projektanträge an Stiftungen, bei Wettbewerben oder bei weiteren Sponsoren einzuwerben. Dies ist aufwändig und gelingt nicht immer. In diesem Schuljahr kommt der Schulverein für die Kosten auf. Unbestritten erfordert es Mühe, das Projekt zu finanzieren, der Aufwand jedoch lohnt sich.

Erfahrungen nach 5 Jahren

Das KESch- Projekt bietet vielfältige Möglichkeiten, die Eltern des Einzugsgebietes in die Schularbeit einzubeziehen. Sie und die Lehrerinnen erhalten Raum, Vorstellungen auszutauschen und mehr voneinander zu erfahren, in einem Rahmen, der weniger formalisiert ist, ohne hierarchische Strukturen auskommt und damit andere Kommunikationsformen ermöglicht als sie üblicherweise in der Schule ablaufen. Die Erfahrungen der Sozialpädagogin/des Sozialpädagogen in der Erwachsenenarbeit sind wesentlicher Bestandteil des Projekts, sie entlasten die Lehrkraft und tragen zum Kompetenztransfer bei. Bemerkenswert ist, dass sich in den Lerngruppen, die bisher das KESch-Projekt durchgeführt haben, die Eltern aktiver an der schulischen Gremienarbeit beteiligen, selbstbewusster auftreten und sich deutlich besser um die schulischen Belange ihrer Kinder bemühen. Beim Erwerb des Fahrradführerscheins hatten fast alle Kinder der KESch-Gruppen ein funktionstüchtiges Fahrrad, was bis dahin am Schulstandort als unmöglich galt. Die Teilnahme an Elternabenden erhöhte sich erheblich. Selbst beim Umgang mit Konflikten oder Problemen machte sich dies bemerkbar.