Grundschule als aufnehmende und abgebende Schulstufe

Kooperation Grundschule - Elementarbereich

Die Bedeutung der Kindertagesstätten (Kitas) als Bildungseinrichtungen wird seit der ersten PISA-Studie angemessen hoch eingeschätzt. In vielen Bundesländern entstanden neue Bildungspläne für den Elementarbereich, in einigen Ländern übergreifend für die Altersstufe von 3 bis 10 Jahren. Darin rückt die strukturelle und inhaltliche Verbindung zwischen Elementar- und Primarbereich deutlicher in den Fokus. Was fehlt sind Regelungen, die den Austausch zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen vor Ort ermöglichen. Nach wie vor ist dieser Austausch abhängig von der Initiative der Pädagoginnen. Kooperationsprojekte, die in der Literatur beschrieben sind, bestätigen dies. Um eine gute Anschlussfähigkeit beim Übergang von der Kita in die Schule herzustellen, müssen beide Bereiche über ihre Arbeit sprechen (können). Im Austausch erfahren die Lehrerinnen der ersten Klassen, u. a. was und wie die Kinder in der Kita spielen und lernen, welche Regeln für sie verbindlich sind, welche Ritualisierungen es gibt, welche Lieder und Spiele geübt werden, wie Elternarbeit gemacht und akzentuiert wird. Die Erzieherinnen erhalten u. a. Informationen über die Arbeit im ersten Schuljahr, z. B. wie der Schreibprozess gestaltet wird, warum Schreibrichtungen wichtig sind, wie in der Schule gefrühstückt wird, an welchen Projekten im ersten Schuljahr gearbeitet wird.

Die Zusammensetzung der ersten Klassen kann in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen erfolgen, denn sie kennen die Kinder. Am Standort Pfälzer Weg hat sich folgendes Verfahren bewährt: Je nachdem wie viele Kinder aus einer Kita kommen, werden die Kolleginnen dort gebeten, ihre Kinder in eine bestimmte Anzahl von Kleingruppen einzuteilen. Als Absprache gilt: Kinder, die sich gut verstehen und gerne zusammen in eine Lerngruppe kommen möchten, bleiben zusammen. Kinder, die häufig miteinander Konflikte haben oder sich gegenseitig hemmen, kommen in verschiedene Lerngruppen. In der Schule werden die Kleingruppen aus den verschiedenen Kitas so zusammengesetzt, dass die Gruppengröße für die Zuordnung zu der jeweiligen künftigen Lerngruppe 1/2 passt.

Diese Planung erfolgt Ende April/Anfang Mai. Danach eröffnet sich die Möglichkeit, dass die Kinder ihre Schulgruppe und ihre Lehrerin gezielt besuchen. Über diesen Kontakt werden Spannung und Sorge vom ersten Schultag genommen. Vor den Sommerferien werden mit Einverständnis der Eltern Übergabegespräche zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen geführt. Von diesem Verfahren profitieren beide Einrichtungen: die Lehrerinnen, weil sie sich besser auf die Kinder einstellen können, die Erzieherinnen, weil sie besser einschätzen können, in welche Lernzusammenhänge ihre Kinder kommen werden. Die Kenntnisse der Erzieherinnen helfen, den Übergangsprozess fließender zu gestalten und tragen wesentlich dazu bei, dass die Arbeit im Elementarbereich eine deutlichere Würdigung erhält.

Die Kooperation zwischen Kita und Schule lässt sich über Aktionen der Kinder beider Einrichtungen zusätzlich intensivieren. Bedacht sein muss, dass die Begegnungen, die verabredet werden, relativ unaufwändig in den Jahresablauf eingebaut werden können, damit ritualisiert sind und nur weniger Absprachen bedürfen, sich also zeitsparend organisieren lassen.
Beispiele für Aktivitäten:

  • Schulkinder gehen in die Kita und erzählen von der Schule.
  • Schulkinder beantworten in der Kita die Fragen der Einschulungskinder.
  • Schulkinder zeigen den zukünftigen Schulanfängern ihre Schultasche und erklären den Inhalt.
  • Schulkinder lesen im Kindergarten regelmäßig vor.
  • Kindergartenkinder kommen zum Vorlesen in die Schule.
  • Kindergartenkinder besuchen die Schule am Nachmittag zum Kennenlernen des Gebäudes.
  • Kindergartenkinder machen die Hofpause mit oder sind im Unterricht dabei.
  • Kindergartenkinder verbringen regelmäßig Zeit (z.B. einen Vormittag im Monat, 2 Stunden pro Woche) in der Schule.
  • Mit dem Einverständnis der Eltern oder gemeinsam mit den Eltern werden Übergabegespräche zum einzelnen Kind geführt.

Die Bedingungen für Zusammenarbeit gestalten sich unterschiedlich, da manche Kitas zu vielen Schulen Kontakt haben, bzw. manche Schulen zu vielen Kitas. Es gilt, das Mögliche herauszufinden oder auch exemplarisch mit einer Einrichtung intensiver zusammen zu arbeiten und die Erfahrungen auf die anderen Einrichtungen zu übertragen.

Zusammenarbeit benötigt Zeit, eine Ressource, die trotz der Betonung des frühen Lernens weder Kitas noch Schulen zur Verfügung gestellt wird. Die Forderung danach darf nicht verstummen. Schulen müssen kreativ sein um für die Kooperation Wege zu finden und die Lehrerinnen zu entlasten. Die Schule profitiert wie die einzelne Lehrkraft von der Zusammenarbeit, da z. B. die Ungewissheit bei der Klassenbildung verringert wird und mehr Sicherheit in der Elternarbeit entsteht. Das Wachsen der gegenseitigen Anerkennung fördert ein professionelles Miteinander.

Kooperation Grundschule – Sekundarstufe

Beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe mangelt es bundesweit an Anschlussfähigkeit. Die Trennlinie wird insbesondere hervorgerufen durch die selektiven Übergangsmechanismen in Deutschland. Zum Nachteil für die Kinder baut dieser Übergang Hürden auf und kaum tragfähige Verbindungen.
Dieser Umstand kennzeichnete wie vielerorts die Übergangssituation zwischen der Grundschule am Pfälzer Weg und dem benachbarten Schulzentrum an der Koblenzer Straße. Er wurde schließlich zum Anlass, die Zusammenarbeit der beiden Schulen zu verändern. Als Kooperationsprojekt im Rahmen des Reformprozesses „Entwicklung zur Oberschule und zur Inklusion" in Bremen begannen die beiden Schulen im Jahr 2008 über Möglichkeiten zur Intensivierung der Zusammenarbeit zu beraten und Veränderungen zu erproben. Ziel war und ist eine qualitative Verbesserung der Kooperation, um eine günstigere Anschlussfähigkeit für die Schülerinnen und Schüler herzustellen.

Drei Arbeitsstränge wurden aufgebaut:

  • die Kooperation der Schulleitungen,
  • die Kooperation von Fachkolleginnen und –kollegen beider Schulstufen,
  • die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer der vierten und fünften Klassen im Rahmen des Übergangs.

Die Schulleitungen treffen sich wöchentlich zu einem einstündigen Gespräch bei dem es u. a. um die Steuerung des Prozesses für beide Schulen, um organisatorische Festlegungen, um die Absprache von übergreifenden Vorhaben oder Kooperationen, um die Planung von Fortbildung oder einfach nur um den Gedankenaustausch geht.
Die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer bezieht sich auf drei Fachbereiche: Deutsch, Mathematik und Englisch. Jeweils eine Lehrkraft der Grundschule und der Sekundarstufe befassen sich mit speziellen Fragestellungen und dem grundsätzlichen Austausch zum jeweiligen Fach (Inhalte, Materialien, Kompetenzen, Übergänge schaffen usw.). Großes Interesse bestand im Anfangsstadium am Austausch über Methoden, Regeln und Rituale im Unterricht, über Raumgestaltung sowie über Konzepte zum Umgang mit verhaltensschwierigen Kindern.

Einbezogen sind speziell in der Übergangsphase zu den Sommerferien alle Lehrerinnen und Lehrer der vierten und der fünften Klassen. Es erfolgen gegenseitige Hospitationen und Gespräche. Zum Halbjahr tauschen sich die Grundschullehrkräfte noch einmal mit den Lehrkräften der fünften Klassen über die Entwicklung der Kinder aus. So können u. a. Rückschlüsse auf die Arbeitsweisen in den beiden Stufen und die Berücksichtigung besonderer Bedürfnisse von Kindern gezogen werden.
Themen wie Integration, Förderung, Umgang mit Differenzierung, Kompetenzentwicklung und kooperative Lernformen sind für die weitere gemeinsame Bearbeitung geplant. Sowohl im Schulzentrum wie auch in der Grundschule wurden Schülersprechtage eingeführt.

Im laufenden Schuljahr entwickelte sich die Zusammenarbeit der Sonderpädagoginnen der Grundschule und des Schulzentrums zu einem weiteren Verbindungsstrang.
Die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare der beiden Schulen erfolgt über Absprachen und wechselseitigen Einsatz in dem Bereich "Einsatz in der angrenzenden Stufe".

Zum Übergang 2010/2011 wurde zum ersten Mal ein gemeinsam abgestimmtes Verfahren zur Klassenbildung durchgeführt. Die Grundschule teilte die Viertklässler in vier Gruppen (für die vier zukünftigen fünften Klassen) ein. Grundlage war, dass jedes Kind zwei Mitschülerinnen oder Mitschüler benennen durfte, mit denen es gerne ab der 5. Klasse zusammen sein wollte. Die Grundschullehrkräfte teilten ihre Übergänger in Gruppen ein und berücksichtigten dabei Freundschaften, Verträglichkeiten, den Lern- und Leistungsstand und die sozialen Kompetenzen. Die Grundschulleitung setzte diese Gruppen wiederum so zusammen, dass ausgewogene Teilverbände entstanden. Das Schulzentrum übertrug dieses Verfahren auch auf die anderen zuliefernden Grundschulen. Die Auswertung ergab eine hohe Zufriedenheit mit der Klassenzusammenstellung.

Gemeinsame Vorhaben werden im Jahresplan festgehalten und auf diesem Weg ritualisiert:

Zeit

Vorhaben

September

 

Jahresauftaktveranstaltung für die Fachkolleginnen und –kollegen, die Sonderpädagoginnen und die Schulleitungen mit Erstellung einer Jahresübersicht

Oktober bis Juni

Kooperationstreffen der Fachlehrkräfte (ca. sechs)

November

Erste Hospitation der Lehrkräfte der 10. Klassen (erste Begegnung in Vorbereitung auf den nächsten Übergang)

November

Hospitation der Kinder der 4. Klassen (vor der Übergangsentscheidung/Schulwahl)

Februar

Plenum mit Fachkolleginnen und –kollegen, Sonderpädagoginnen und Schulleitungen - Zwischenbilanz

März

Lehrerinnen und Lehrer der Lerngruppen 3/4 hospitieren in den 5. Klassen,

anschließend Besprechung der Lehrkräfte zur Entwicklung der Schülerinnen und Schüler

Mai

Verfahren zur Zusammenstellung der neuen 5. Klassen

Mai/Juni

Schülerinfo für die Viertklässler:

Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen kommen die in die Grundschule

Juni  

Zweite Hospitation der Lehrkräfte der 10. Klassen

Juni

Plenum der Fachlehrkräfte und der Schulleitungen:

Berichte, Resümee, Vorschläge, Absprachen zur Weiterarbeit

Juni

Hospitation der Viertklässler im Schulzentrum

Juli

Übergabegespräche zwischen den Lehrkräften der 4. Klassen und den neuen Klassenlehrerinnen und –lehrern der 5. Klassen

Die aktuelle Entwicklung der Zusammenarbeit wird über das Projekt „Reformprozess" mit Stunden ausgestattet. Die Grundschule erhält drei Stunden, die den drei kooperierenden Fachlehrerinnen als wöchentliche Entlastungsstunde gegeben werden. Die Lehrkräfte des Schulzentrums erhalten ebenfalls eine Stundenentlastung.

Eine in dieser Weise intensive Kooperation kann zumindest in der Entwicklungsphase nicht mit mehreren Schulen durchgeführt werden. Es geht darum, exemplarisch Schritte zu erproben und deren Übertragbarkeit auf andere Standorte (z. B. vom Schulzentrum auf weitere „zuliefernde" Grundschulen) in leistbarer Form zu prüfen.
Der Nutzen für die Lehrkräfte, die Schule und vor allem für die Kinder ist bereits nach zwei Jahren gut erkennbar. Der Übergang, das heißt die gemeinsamen Überlegungen zur Unterrichtsorganisation, zu den Lernmaterialien, den Methoden, Regeln, Zeitabläufen usw. lassen mehr Kontinuität im Lernprozess der Schülerinnen und Schüler entstehen. Die gegenseitige Anerkennung ist gewachsen.

Die wichtigsten Kooperationspartner sind die Eltern

Abgesehen von der formalen Elternarbeit in Gremien und den regelmäßigen Elterngesprächen kann die Schule als Ort, an den Eltern ohnehin kommen und mit dem sie vertraut sind, weitere Möglichkeiten der Elterninformation und Elternbildung nutzen. Es gibt viele gute Beispiele, wie Schulen diese Chance nutzen. Die jeweiligen Projekte leiten sich u. a. daraus ab, welche Ressourcen (Kompetenzen) die Eltern des Schulstandorts einbringen können und/oder welche Bedürfnisse die Eltern haben. Eine Rolle spielen bei der Planung von Vorhaben selbstverständlich auch die Interessen der Schule.

Schule kann:

  • Raumgeber sein für Kurse, Veranstaltungen und Beratungsangebote, z. B. in Kooperation mit freien Trägern für Deutsch- und Alphabetisierungskurse, für Beratungszeiten des Schulpsychologen oder der Erziehungsberatungsstelle, für Beratungszeiten des Sozialarbeiters.
  • die Kommunikation der Eltern untereinander und mit der Schule fördern durch ein Elterncafé, Gesprächskreise, Fragestunden.
  • Veranstaltungen/Themenabende (auch schulübergreifend) in Kooperation mit anderen Institutionen anbieten ( z. B. mit dem Kinderschutzbund, der Erziehungsberatungsstelle, der Schulärztin).
  • eine gemeinsame Elternveranstaltung mit dem Elementarbereich zur Einschulung gestalten.
  • Eltern klassenübergreifend gewinnen für Aktionen in der Schule wie Vorlesen, das Organisieren eines Festes und anderes.

Eltern mehr in die Verantwortung für ihr Kind und das Schulleben einzubeziehen verlangt, ihnen Gegebenheiten und Abläufe transparent und vertrauter zu machen und ihnen zu vermitteln, wo ihre Beteiligung hilfreich und willkommen ist. Die Kompetenzen von Eltern wirksam werden zu lassen wird schulspezifisch unterschiedlich ausfallen.

KESCH – Kinder, Eltern und Schule im Dialog ... ein Praxisbeispiel

Seit dem Schuljahr 2006/2007 führen einzelne Lehrkräfte der Schule am Pfälzer Weg das Projekt KESCH als Kooperationsprojekt mit dem freien Träger St. Petri Kinder- und Jugendhilfe durch. Ziel des Projekts ist, den Dialog über Erziehungsvorstellungen zwischen den Elternhäusern und der Grundschule zu stärken. Die Eltern sollen die Gelegenheit bekommen, sich über Erziehungsfragen auszutauschen, Erfahrungen zu sammeln und Informationen einzuholen. Das Motto des KESCH- Projektes impliziert: Wir (Eltern und Schule) unterstützen unsere Kinder gemeinsam beim Lernen. Wir haben uns darüber verständigt, dass eine Unterstützung dann besonders gut gelingt, wenn das Elternhaus und die Schule gemeinsam handeln.

Themenbereiche sind:

  • Wie lernen unsere Kinder? Wie können wir sie dabei unterstützen?
  • Wir unterstützen die Kinder, indem wir ihre Gesundheit fördern.
  • Wir unterstützen die Kinder, indem wir mit ihnen spielen.

Wir unterstützen die Kinder, indem wir Fernsehverhalten, Grenzen u. a. gemeinsam absprechen.

Das Projekt wird wie folgt umgesetzt:

Etwa alle 4 – 6 Wochen treffen sich die Eltern einer Lerngruppe am späten Nachmittag für 2 Stunden. Die Kinder bereiten das Treffen im Unterricht vor: Sie kaufen Kekse ein, bereiten Obsthäppchen vor oder üben ein Theaterstück, einen Tanz oder ein Lied für die Eltern ein. Die Eltern versammeln sich mit der Klassenlehrerin und einer Sozialpädagogin in einem vorbereiteten Raum. Die Kinder werden währenddessen gemeinsam mit den Geschwisterkindern von einer Erzieherin, die ihnen aus der verlässlichen Grundschule bekannt ist, betreut. Am Ende des KESCH- Nachmittages treffen Eltern und Kinder zusammen. Es wird gemeinsam gesungen, getanzt oder gegessen.

Pro Nachmittag steht ein Thema im Vordergrund. Dabei geht es am Anfang um das Kennenlernen und später um Fragen der Eltern oder Inhalte, die die Eltern aus einem Katalog von Angeboten auswählen.

Beispiele aus der Kennenlernphase:

  • Die Familien markieren auf einer Karte das Land aus dem sie kommen. Sie erzählen von ihrem Land.
  • Es werden Familienplakate entworfen. Die Familien erzählen, was ihnen wichtig ist, was sie gerne tun, welche Rituale sie haben, welche Feste sie feiern usw.
  • Die Eltern berichten über die Spiele, die sie früher selbst gespielt haben, über Spiele, die sie mit ihren Kindern machen.

Beispiele aus der Themenphase:

  • Gesundheit und Ernährung, Bewegung und Sport
  • Erziehungsverhalten: was ist in den Familien unterschiedlich, welche Regeln gelten in der Schule, welche zu Hause usw. ?
  • Was ist für die Entwicklung der Kinder gut?
  • Grenzen und Konsequenzen
  • Wie gehen wir miteinander um?
  • Streiten - was kann ich tun, wenn es Konflikte gibt?
  • Fernsehen und Computerspiele: Welche Alternativen gibt es? Wie kann ich das kontrollieren?
  • Spielangebote - warum sollen Kinder spielen?
  • Kinder schützen

Beispiele für Unternehmungen:

  • gemeinsamer Theaterbesuch
  • Ausflüge: in den Zoo, Fahrt mit der Eisenbahn, ein Museum besuchen
  • Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen, einen Park besuchen, ein Picknick machen
  • Ein Fest feiern

Ziel ist, den Eltern gut erreichbare und kostengünstige Angebote für Familien im Wohnumfeld oder in der Stadt zu zeigen und Gemeinschaftserlebnisse herzustellen.

Das KESCH- Projekt bietet vielfältige Möglichkeiten, die Eltern des Einzugsgebietes in die Schularbeit einzubeziehen. Sie und die Lehrerinnen erhalten Raum, Vorstellungen auszutauschen und mehr voneinander zu erfahren, in einem Rahmen, der weniger formalisiert ist, ohne hierarchische Strukturen auskommt und damit andere Kommunikationsformen ermöglicht als sie üblicherweise in der Schule ablaufen. Die Treffen werden von einer Sozialpädagogin/einem Sozialpädagogen aus dem Hort und der Lehrkraft vorbereitet. Die Erfahrungen der Sozialpädagogin/des Sozialpädagogen in der Erwachsenenarbeit sind wesentlicher Bestandteil des Projekts, sie entlasten die Lehrkraft und tragen zum Kompetenztransfer bei.

Bemerkenswert ist, dass sich in den Lerngruppen, die bisher das KESCH-Projekt durchgeführt haben, die Eltern aktiver an der schulischen Gremienarbeit beteiligen, selbstbewusster auftreten und sich deutlich besser um die schulischen Belange ihrer Kinder bemühen. Die Teilnahme an Elternabenden erhöhte sich erheblich. Beim Erwerb des Fahrradführerscheins hatten fast alle Kinder der KESCH-Gruppen ein funktionstüchtiges Fahrrad, was bis dahin am Schulstandort als unmöglich erschien. Der Gewinn für die Lehrkräfte zeigt sich in einer Elternarbeit, die entspannter, kommunikativer und selbstverständlicher ist. Selbst beim Umgang mit Konflikten oder Problemen macht sich dies bemerkbar.

Das KESCH-Projekt ist nicht kostenneutral durchzuführen. Es erfordert personelle und finanzielle Ressourcen, ohne die es nicht geht. Die beteiligten Lehrkräfte erhalten von der Schule eine Entlastungsstunde, die aus dem Förderstundenetat genommen wird. Der freie Träger steuert im Rahmen der Kooperation mit der Schule die Stunden für die sozialpädagogischen Fachkräfte aus dem Stundenpool des Horts bei. Bezahlt werden müssen Honorarmittel für die Kinderbetreuung und Sachmittel für die Ausgestaltung der Nachmittage (Bastelmaterial, Getränke, Kekse usw.). Dazu kommen Mittel für Ausflüge. Die Ausgaben für einen Jahresdurchlauf betragen etwa 700€ pro Klasse. Die Schule hat bisher versucht, diese Mittel über Projektanträge an Stiftungen, bei Wettbewerben oder bei weiteren Sponsoren einzuwerben. Dies ist aufwändig und gelingt nicht immer. In diesem Schuljahr kommt der Schulverein für die Kosten auf. Unbestritten erfordert es Mühe, das Projekt zu finanzieren, der Aufwand jedoch lohnt sich.

Außerschulische Kooperation – abschließende Gedanken

Beim Blick über den Schulzaun und auf dem Weg in Netzwerke im schulischen Umfeld trifft man nicht immer zielgenau auf Partner, die ein Anliegen der Schule unterstützen können oder möchten. Unter Umständen sind mehrere Anläufe notwendig, um als Schule die Aufmerksamkeit oder auch Akzeptanz zu erhalten, die man sich wünscht. Zurückhaltung oder Skepsis - beispielsweise aus sozialen Einrichtungen - müssen aus dem Weg geräumt, Kooperation manchmal erarbeitet werden. Die Erfahrungen bestätigen, dass sich eine Reihe von Anforderungen mit Kooperationspartnern entlasteter angehen lassen und ohne Bündnispartner manches nicht durchzuführen wäre. Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen profitieren in der eigenen Schule und jenseits der Schultüren von Kooperationspartnern in dem Bemühen, dem Bildungs- und Erziehungsauftrag vielseitiger gerecht werden zu können.

Grundschulen als kleinere Einrichtungen sollten prüfen, welche Kooperationspartner vorrangig hilfreich sein können und wer aus dem Kollegium die Verantwortung dafür verlässlich übernehmen kann. Geteilte Zuständigkeiten machen den Arbeitsaufwand leistbarer. Kooperationen kosten Zeit und müssen gepflegt werden, eine Anforderung, die nicht zu unterschätzen ist.

Kooperationen unterstützen die spezifischen Aufgaben der Schule, erweitern aber auch das Spektrum der Handlungsmöglichkeiten und vernetzen die Schule mit dem sozialen Umfeld. Die Zusammenarbeit mit anderen Schulen, mit Einrichtungen aus dem Gemeinwesen und verschiedenen Bündnispartnern trägt zur Transparenz bei. Neben dem direkten Nutzen für die Lehrkräfte, die Kinder oder die Schule entsteht indirekt ein Gewinn dadurch, dass die Schule im Umfeld präsent ist und die Zusammenarbeit geschätzt wird.