Eine Bereicherung für den Unterricht und die Schulentwicklung

Schule – Grundschule, eine kleine eigene Welt, eine Welt, in der sich die Sechs- bis Zehnjährigen des Wohnumfelds an Schultagen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern einfinden und in der - gemäß den ministeriellen Vorgaben - Lernen organisiert wird.

So isoliert war die Lage nie, denn Schulen gehörten selbstverständlich immer zum Gemeinwesen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass die Schule sich mehr denn je in das Wohnumfeld integrieren sollte, vom Gemeinwesen abhängig ist und die Lebensbedingungen ihrer Kinder hereinholen und einbeziehen muss, wenn das Lehren und Lernen nach den heutigen Erfordernissen individueller gelingen soll. Und, selbst wenn Lehrerinnen und Lehrer Schule und Lebenswelt verbinden, reicht das an vielen Stellen nicht aus. Schule braucht Bündnispartner aus dem Umfeld und aus Netzwerken, um über Erfahrungsaustausch, gemeinsames Vorgehen oder Mithilfe Dritter den besonderen Herausforderungen und Ansprüchen besser begegnen zu können.

Kooperation – ein weite(re)s Feld

Arbeiten Lehrerinnen und Lehrer mit anderen Institutionen zusammen und werden über die Zusammenarbeit Kontakte aufgebaut und erweitert, profitieren sie selbst und die Schule aus der Kooperation. Das allerdings ist nicht zum Nulltarif zu haben, sondern verlangt Investitionen, in der Regel durch das Einbringen von Zeit. Zeit, von der die Beteiligten hoffen, dass sie über Verbesserungen oder Entlastungen zurückgezahlt wird. Zeit, die hartnäckig von den Ressourcengebern eingefordert werden muss. Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer sollten viel Offenheit für die Sichtweisen von Partnern aus nichtschulischen Zusammenhängen mitbringen und bereit sein, ungewöhnliche Wege zu gehen oder eingefahrene (im Rahmen der vorhandenen Freiräume) zu verlassen.

Kooperation nach außen hat gute Grundlagen, wenn innerschulische Zusammenarbeit bereits angeregt ist und gelingt. Lehrerinnen und Lehrer wissen um die Entlastung und Sicherheit, wenn man sich über Regeln, Zeitabläufe, Gremienarbeit, Inhalte usw. verständigt hat und Verabredungen gemeinsam trägt. Damit ist die Erfahrung gemacht, dass über Teamarbeit die eigene Arbeitsbelastung verringert werden kann.

Der Blick über den Schulzaun zeigt eine Vielzahl von Institutionen im Umfeld als mögliche Partner auf: andere Schulen und Schulstufen, den Elementarbereich, die Einrichtungen der sozialen Dienste und des Jugendamts, den Hort, den Sportverein, die Musikschule, freie Träger der Jugendhilfe, Kulturprojekte usw. Die Grundschule ist ein Teil in diesem Gefüge. Sie kann sich einbringen und muss entscheiden, an welcher Stelle die Kooperation mit anderen Einrichtungen für das Schulleben gewünscht wird oder Hilfen bringen kann.

Neben unterschiedlichen Kooperationsfeldern gilt es unterschiedliche Kooperationsebenen abzugrenzen. Der Schulleitung wird eher die Kooperation mit außerschulischen Gremien und der Kontaktaufbau zu Institutionen zufallen, während für Lehrerinnen und Lehrer Kontakte von Interesse sind, die unmittelbarer ihre Arbeit im Unterricht und mit den Kindern betreffen. Dies kann die Zusammenarbeit im Rahmen des Schulanfangs mit den Kindertagesstätten sein, im Rahmen des Übergangs nach Klasse vier mit den Lehrkräften der Sekundarstufe I, mit dem Hort oder auch dem Jugendamt.

Nachfolgend werden Projekte und Partner für außerschulische Kooperation beispielhaft kurz vorgestellt. Ausführlicher beschrieben werden Kooperationsmöglichkeiten in den Übergangsbereichen zum Elementar- und Sekundarbereich sowie die Zusammenarbeit mit Eltern.