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Mit der Hexe MIROLA durch den Zauberwald

Für jedes Kind soll der Schulanfang als Start in eine neue Lebenssituation gut gelingen. Dazu gehört in erster Linie, dass es sich individuell angenommen fühlt, weil sich die Schule auf seine Situation gut einstellen kann.

Mit diesem Anliegen ist auf der Grundlage der langjährigen Erfahrungen mit der jahrgangsübergreifenden Schuleingangsstufe in der Grundschule am Pfälzer Weg ein Beobachtungsverfahren zum Kennenlernen von Schulanfängern entstanden.

Entwickelt und erprobt von Grundschullehrerinnen und Sonderpädagoginnen zählt es inzwischen für viele Schulen in der Gestaltung des Schulanfangs zur selbstverständlichen Praxis. Das Verfahren wurde im Rahmen der Schulbegleitforschung in Bremen über drei Jahre evaluiert. Für Lehrerinnen und Lehrer sind mit dem Beginn der ersten Klasse Fragen verbunden wie:


  • Was muss/möchte ich von jedem Kind wissen?
  • Was bringt das einzelne Kind mit?
  • Welche grundlegenden Erfahrungen hat es schon gemacht?
  • Welche Lernstrategien hat es?
  • Freut es sich auf die Schule?
  • Was bereitet ihm Mühe?

Die Lehrerinnen erhalten erfahrungsgemäß über einzelne Kinder Hintergrundinformationen, selten aber einen Überblick über die Möglichkeiten aller Kinder ihrer Lerngruppe. Der Anspruch ist jedoch, von allen Kindern zu wissen, was sie in die Schule mitbringen und wie sich ihr Lernen vollzieht. Der Anspruch umfasst auch, den Unterricht so zu gestalten, dass jedes Kind da abgeholt wird, wo es steht, dass jedes Kind die Förderung erhält, die es benötigt.

Dieser förderdiagnostische Ansatz liegt neben anderen Aspekten der Schulanfangsbeobachtung „MIT MIROLA DURCH DEN ZAUBERWALD" zugrunde. Das Verfahren hat zum Ziel, die Lernausgangslage und den Entwicklungsstand jedes Schulanfängerkindes zu erfassen und einen Austausch der Lehrkräfte über die Beobachtungen zu initiieren.

Zum Konzept der Schulanfangsbeobachtung

Die Beobachtungshilfen für den Schulanfang bestehen aus drei Elementen, die in der Addition ihrer Ergebnisse eine relativ genaue Aussage über den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes zulassen und eine angemessene Förderdiagnostik ermöglichen.

  • Die Spielhandlung „MIT MIROLA DURCH DEN ZAUBERWALD"
  • Die Auswertung und die Beratungsgespräche
  • Die Beobachtung im Anfangsunterricht

Bei dem Verfahren handelt es sich um ein Gruppenspiel für 6 bis 8 Kinder. Die Lehrerin teilt ihre Anfangsklasse in entsprechend viele Kleingruppen ein.
Jeder Spieldurchgang wird begleitet von

  • der Spielleiterin, die mit den Kindern agiert,
  • einer neutralen Beobachterin und
  • der Klassenlehrerin der jeweiligen Gruppe.

Die Kinder werden zusammen mit MIROLA Akteure einer kleinen Geschichte und erledigen Aufgaben, die MIROLA helfen, in die Schule zu kommen, um lesen zu lernen. Die Kinder erleben und gestalten das Spielgeschehen aktiv mit und verhalten sich dabei spontan und authentisch.

Wenn alle Gruppen von derselben Spielleiterin durch die ca. eineinhalbstündige Sequenz geführt werden, erleben alle eine pädagogisch vergleichbar gestaltete Situation.
Die Klassenlehrerin kann während des Spiels – ohne selbst agieren zu müssen – eine Beobachterrolle einnehmen und ihre Beobachtungen notieren. Begleitet wird die Durchführung von einer zweiten, sogenannten „neutralen" Beobachterin, die – wie die Spielleiterin – bei allen Gruppen dabei sein sollte. Diese Beobachterin verfolgt den Spielablauf und die Reaktionen aller Kinder des Einschulungsjahrgangs, bewertet die Ergebnisse und notiert diese während des Ablaufs. Die Dokumentation umfasst Verhaltensweisen, Reaktionen und Ergebnisse zu den entsprechenden Aufgaben. Somit erhalten die Lehrkräfte zu wesentlichen Bereichen Aussagen zu jedem Kind. Über die ständige Beobachterin wird sichergestellt, dass alle Kinder durch „dieselbe Brille" gesehen werden und Einschätzungen klassenübergreifend objektiver zu vergleichen sind. Das erwies sich in der Vergangenheit häufig als hilfreich z. B. für die Verteilung von Förderressourcen. Es entsteht eine Form von Transparenz, die viele Lehrerinnen als wohltuend (weil gerechter) empfinden.

Das Verfahren fordert eine zusätzliche Personalressource für die Zeit der Durchführung, die durch Schwerpunktsetzung innerhalb der Schulanfangszeit in den meisten Schulen geregelt werden kann wie z.B. durch Zusammenarbeit mit Sonderpädagoginnen, Sozialpädagoginnen, die Hinzunahme von Stunden aus dem Fachunterricht, aus der Schulleitung usw.

Die Spielhandlung „Mit MIROLA durch den Zauberwald"

Die kleine MIROLA ist zwar schon 100 Jahre alt, kann aber immer noch nicht lesen – und dafür schämt sie sich. Sie möchte nun endlich auch in die Schule gehen. Mit dieser Einführung sind die Kinder in ihrer eigenen Situation als Schulanfänger angesrochen. Sie werden von MIROLA in die Geschichte als Ratgeber und Helfer bei den vielen Aufgaben einbezogen, die sie auf ihrem spannenden Weg durch den Zauberwald lösen muss.

Für die Spielleiterin liegt die Herausforderung unter anderem darin, in der Anfangssequenz die Kinder in die Geschichte zu „entführen". Über das Kennenlernen von MIROLA und die erste, relativ leichte Aufgabe gelingt dies in der Regel gut. Die Spielleiterin wird zur Geschichtenerzählerin und Akteurin für MIROLA. Sie bekommt von MIROLA alle Hinweise ins Ohr geflüstert. Sie wird zur Vermittlerin zwischen MIROLA und den Kindern. Auch werden die Figuren, die MIROLA und den Kindern im Zauberwald begegnen, immer so vorgestellt, dass niemand vor ihnen Angst haben muss.

Der Abfolge der Aufgaben während der Spielhandlung liegen folgende Überlegungen und Erfahrungen zugrunde:

  • Motorische Aufgaben wechseln mit Konzentrationsaufgaben
  • Anspannungs- und Entspannungsphasen finden Berücksichtigung
  • Gruppenaufgaben wechseln mit Einzelaufgaben
  • Ruhige Einzelaufgaben liegen am Ende

Der Raum für den Zauberwald wird vorher mit Tüchern und Stationenbildern so gestaltet, dass er atmosphärisch das Eintauchen in die Geschichte unterstützt. Er sollte nicht zu groß sein, eine Sporthalle z. B. wäre nicht gut geeignet.
Die Klassenlehrerin und die Beobachterin sind bereits da, wenn die Gruppe im Zauberwald ankommt. Sie wandern von Station zu Station mit, ohne dass die Kinder erfahrungsgemäß von den beiden Beobachtungspersonen besondere Notiz nehmen.

Ein Durchgang durch den Zauberwald dauert ungefähr zwei Schulstunden. Diese Zeit stellt für Kinder und Lehrkräfte eine hochkonzentrierte Phase dar. Mit Blick darauf, dass Schulanfänger Schultage mit vier oder fünf Schulstunden bewältigen müssen, ist diese Phase eine realistische Zeitspanne. Ermüdungserscheinungen und das Nachlassen der Konzentration können registriert und auf das Bewältigen eines ganzen Schultags hochgerechnet werden.
Die Rahmengeschichte von „MIT MIROLA DURCH DEN ZAUBERWALD", die genaue Beschreibung der Spielstationen, der Ablauf der Aufgaben, der Fortgang der Handlung und die Einrichtung des Raumes sind in der veröffentlichten Version des Verfahrens (Finken Verlag) beschrieben, die Materialien zur Durchführung sind in der angebotenen Materialsammlung enthalten.

Beobachtung und Dokumentation

Sowohl die ständige Beobachterin wie auch die Klassenlehrerin dokumentieren ihre jeweiligen Beobachtungen auf den zwei vorgegebenen Beobachtungsbogen anhand der beschriebenen Items. Vorgesehen ist darüber hinaus die Dokumentation von Verhaltensweisen der Kinder und von Eindrücken aus dem Gesamtgeschehen. Die Beobachtung zielt auf Kompetenzbereiche, die erfahrungsgemäß auf erfolgreiches Lernen und Arbeiten am Schulanfang Einfluss haben.
Die zu beobachtenden Kompetenzbereiche sind:

  • Grobmotorik 
  • Sprachkompetenz
  • Feinmotorik 
  • Artikulation
  • Wahrnehmung 
  • Phonologische Kompetenz
  • Pränumerische Kompetenz 
  • Merkfähigkeit
  • Lateralität Arbeitsverhalten und 
  • Sozial-emotionales Verhalten

Die Beobachtungsaufgaben stellen sich unterschiedlich schwierig dar. Es gibt Einzelaufgaben, die leicht zu beobachten sind (z. B. alle grobmotorischen Aufgaben), aber auch Gruppenaufgaben, bei denen die Beobachtung viel Konzentration und auch spontane Abstimmung zwischen Spielleiterin und Beobachterin erfordert (z.B. das Fingerspiel).
Arbeitsergebnisse wie die Aufgabenblätter A/B, die Perlenketten und die Legeaufgaben können auch nach Beendigung des Spiels festgehalten werden.
Im Spiel scheinbar unbedeutende Verhaltensreaktionen sollten in beschreibender Weise registriert werden. Manchmal liefern sie in der Gesamtauswertung Hinweise auf bedeutsamere Dinge oder geben Anlass für Nachfragen.

Beispiele für Beobachtungsaufgaben:

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Station Räuber: Perlen auffädeln nach Vorlage (Feinmotorik, Wahrnehmung, pränumerische Kompetenz)

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Station Krokodil: gleiche Anlaute finden (phonologische Kompetenz, Sprache)

 

Hinweise zur Beobachtung der Sprachkompetenz

Beim Weg durch den Zauberwald besteht der Grundsatz, dass die Spielleiterin alle Aufgaben erklärt, vormacht und unbekannte Begriffe benennt. Das heißt, die Kinder können sowohl durch Beobachtung als auch über die Erklärungen die Aufgabenstellung erfassen. Kinder, deren Deutschkenntnisse gering sind, sind daher trotzdem in der Lage alles mitmachen zu können.
Interessant sind in diesem Zusammenhang Beobachtungen bei sprachlichen Aufgaben (Reimwörter, Anlautbilder), die in der Evaluationsphase gemacht wurden. Es zeigte sich, dass Kinder, denen Begriffe nicht geläufig waren und diese erst im Spielgeschehen von der Spielleiterin oder anderen Kindern genannt bekamen, diese Aufgaben trotzdem lösen konnten. Sie hatten in der Muttersprache entsprechende phonologische Kompetenzen bereits erworben und konnten sie übertragen.

Die Auswertung und die Beratungsgespräche

Erkenntnis aus der Erprobungsphase des Verfahrens ist, dass der Auswertungsprozess der Schulanfangsbeobachtung weiterführende Wirkungen auf die Zusammenarbeit und die Reflexion von Ergebnissen im Lehrerinnenteam hat. Bedingt durch die gemeinsame Beobachtungssituation und den Austausch darüber entstehen pädagogische Beratungsgespräche von hoher Intensität. Diese erfordern einerseits gegenseitige Offenheit sowie die Bereitschaft, eigene Einschätzungen auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu relativieren. Andererseits können diese Gespräche auch Rückhalt geben und eigene Erfahrungen stützen. Von vielen Lehrkräften wurde rückgemeldet, dass durch die einmalige Gelegenheit, sich über Kinder auszutauschen, Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung gezogen werden konnten.
Bemerkenswerte „Abweichungen" im Verhalten mancher Kinder innerhalb des Spiels im Vergleich zum Klassenunterricht gilt es zu hinterfragen. Welche Bedeutung haben u. U. die festen Strukturen im Ablauf, die Qualität der Instruktionen, die kleinere Gruppe usw.? In vielen Fällen lassen sich daraus Überlegungen für den Klassenunterricht oder Fragen an die Eltern ableiten.

Die Beratungsgespräche sind ein Beispiel für den Nutzen von Teamarbeit und können entsprechende Impulse geben. In Schulen, in denen die Schulanfangsbeobachtung in Zusammenarbeit mit Sonderschullehrerinnen und/oder Sozialpädagoginnen organisiert wird, intensiviert sich die Kooperation zwischen den unterschiedlichen Fachkräften. Neben der Erweiterung der diagnostischen Fähigkeiten kommt es zu einer sehr praxisrelevanten Form von Kompetenztransfer.

Die Beobachtung im Anfangsunterricht

Die Spielhandlung ermöglicht einen differenzierten und umfassenden Blick auf die Basiskompetenzen eines jeden Kindes, jedoch stellt sie eine Momentaufnahme in kleiner Gruppierung dar. Die Schulanfangsbeobachtung hat darüber hinaus den Anspruch, möglichst viele Informationen zusammenzufügen, um eine fundierte Grundlage für die Feststellung der Lernausgangslage und den Entwicklungsstand am Schulanfang zu erhalten und ein Gesamtbild vom Kind entstehen zu lassen.
Einige Kompetenzbereiche sind wegen des eingeschränkten Zeitrahmens jedoch bewusst nicht in das Spielgeschehen integriert. Daher sind zur Gewinnung eines Gesamteindrucks Beobachtungen aus dem Gruppen- oder Klassenunterricht zu ergänzen. Dies ist Aufgabe der Klassenlehrerin.

Zu den Beobachtungen aus dem Klassengeschehen sollten gehören:

  • das Verhalten in der Großgruppe
  • feinmotorische und handmotorische Fertigkeiten wie Schneiden, Malen, Kleben
  • die Erfassung der Buchstabenkenntnis und der Kenntnis von Zahlen bzw. Mengen
  • die Sprachkompetenz
  • das Langzeitgedächtnis – die Merkfähigkeit für Reime, Liedtexte, Arbeitsaufträge ...
  • das Arbeitsverhalten in der großen Gruppe
  • der Umgang mit Strukturen und das Einhalten von Regeln

Schulintern können die Lehrkräfte verabreden, bestimmte Aufgaben in ähnlicher Weise in allen Klassen durchzuführen, um vergleichbare Ergänzungen zu erhalten.

Zum Zeitpunkt der Durchführung

Das Beobachtungsverfahren „MIT MIROLA DURCH DEN ZAUBERWALD" orientiert sich eng an der Situation des Schulanfangs und der Notwendigkeit, Genaueres über die Basiskompetenzen der Kinder zu erfahren. Möglichst in den ersten Schultagen nach der Einschulung kann mit der Durchführung begonnen werden. Die Erfahrungen zeigen, dass bereits am dritten Tag der erste Besuch im Zauberwald stattfinden kann.

Es wird immer wieder die Frage gestellt: Durchführung in der Schule oder im Kindergarten?

Zeitlich (nur die Sommerferien liegen dazwischen) und inhaltlich (die Aufgabenstellungen orientieren sich an den Möglichkeiten von Schulanfängern) besteht eine große Nähe zum Elementarbereich. Es geht um Aufgabenstellungen, die Aussagen über die Entwicklung und Lernvoraussetzungen in der Übergangssituation Kindergarten/Schule zulassen. Entsprechend könnte die Durchführung des Verfahrens auch am Ende der Kindergartenzeit erfolgen.

Die Konzeption sieht vor, dass die Lehrerin, die in den folgenden Jahren mit den Kindern arbeiten wird, in das Verfahren fest eingebunden ist. Sie soll aus eigener Beobachtung und eigenem Erleben sowie aus dem Gespräch mit den beteiligten Kolleginnen genauere Informationen über jedes Kind bekommen, um sie für die Gestaltung des Anfangsunterrichts nutzen zu können. Sie ist es, die die Kinder in ihrer Individualität anerkennen, fördern und fordern soll, und dafür benötigt sie authentische Beobachtungen. Das lässt sich nicht sicherstellen, wenn die Lehrerin lediglich aus der „Papierlage" (Aufzeichnungen anderer Personen) oder im Gespräch Informationen erhält. Das Dabeisein und das nachfolgende Besprechen der Eindrücke bestimmen die Qualität der Erfahrungen und den Zugewinn an diagnostischer Kompetenz.

Die Gelegenheit, Kinder beobachten zu können, ohne selbst agieren zu müssen, ist eine einmalige Chance, die sich im späteren Schulgeschehen kaum wiederholen dürfte. Diese Chance für die Lehrerin, am Schulanfang ihre Kinder intensiv wahrzunehmen, wirkt in vielen beobachteten Fällen wie ein „Türöffner" für das Verstehen der individuellen Situation eines Kindes. Wann wäre solch eine Gelegenheit notwendiger als am Schulanfang?

Für die Kinder ist das gemeinsame Erleben eine Gelegenheit, sich in kleiner Gruppe mit Mitschülerinnen und Mitschülern vertrauter zu machen. Sie zeigen in dieser „Vertrautheit" emotionale Reaktionen und soziale Verhaltensweisen, die aufschlussreich für die Klassensituation sein können. Der von manchen Schulen geäußerte Wunsch, auf der Basis der Anfangsbeobachtung die Klassen zusammenzusetzen, die Beobachtung also im Vorfeld der Einschulung durchzuführen, kann keinesfalls die Vorteile des oben geschilderten Ablaufs aufwiegen.

Die Kinder tauchen erfahrungsgemäß intensiv in das Spielgeschehen im Zauberwald ein. Die Begeisterung über MIROLA hält viele Wochen an, das Lied wird immer wieder gesungen. Lehrerinnen können im Rahmen einer Projektphase im Anschluss an die Beobachtung mit den Kindern ein MIROLA-Projekt gestalten.

Wie geht es nach MIROLA weiter?

Von der Diagnose zur Umsetzung der Erkenntnisse

Die Erfahrungen aus der Anfangsbeobachtung können und sollten sich in verschiedenen Bereichen im Anfangsunterricht auswirken, indem die Lernausgangslage und der Entwicklungsstand des Kindes als Grundlage für die Planung der Unterrichtsinhalte und der methodischen Schritte Berücksichtigung finden. Das Entwicklungsalter von Kindern am Schulanfang differiert mitunter bis zu drei Jahre. Mit den dokumentierten Ergebnissen aus der Schulanfangsbeobachtung wird es möglich, die Startvoraussetzungen des einzelnen Kindes zu berücksichtigen und damit den schulischen Lernbeginn passgenauer zu gestalten.

Beim Einsatz von schulischen Förderressourcen, da durch die begleitende Beobachtung im Anfangsunterricht sehr viel früher die speziellen Bedürfnisse eines Kindes offensichtlich werden. Die Lehrerin erhält mehr Informationen über die schon vorhandenen oder noch zu fördernden Basiskompetenzen der Kinder und kann entsprechend schneller reagieren. Die Schule kann vorhandene Förderkapazitäten gezielter einsetzen, da die Situation des Einschulungsjahrgangs transparenter wird.

Beim Einsatz von Unterrichts- und Fördermaterialien, da die Ergebnisse der Beobachtung darauf hinweisen, in welchem Bereich ein Kind gezielt Unterstützung und Förderung benötigt – z.B. beim Schriftspracherwerb, im Bereich Deutsch als Zweitsprache oder im Bereich der Wahrnehmung. Das Beobachtungsverfahren lässt aber auch Rückschlüsse darauf zu, ob ein Kind in seiner Entwicklung schon sehr weit ist und besondere Angebote mit ergänzenden Aufgaben und zusätzlichen Anforderungen bekommen sollte. Danach lässt sich der Einsatz von Unterrichts- und Zusatzmaterialien gezielter abstimmen.